Absinth Trinkritual

Wie bei vielen alkoholhaltigen Getränken gibt es auch beim Absinth verschiedene Gewohnheiten und Arten des Genusses. Pur ist Absinth absolut nicht zu empfehlen, da der Geschmack schnell ins unangenehme driftet. Man unterscheidet grundsätzlich in drei verschiedene Absinth Trinkrituale, die den Absinth vollkommen machen. Allen gemein ist das Vermischen mit eiskaltem
Wasser, ähnlich wie bei den griechischen Spirituosen Raki oder Ouzo. Welche Variante man für sich selbst am meisten schätzt, lässt sich schnell herausfinden. Als das traditionellste Trinkritual gilt das französische, das schon im 19.Jahrhundert existierte. In ein Glas füllt man je nach Belieben einen einfachen (2cl) oder doppelten (4cl) Absinth hinein. Oben drauf legt man einen Absinthlöffel, auf dem sich etwa ein bis zwei Stück Zucker befinden. Danach schüttet man langsam eiskaltes Wasser drüber, sodass sich der Zucker auflöst und schließlich mit dem Wasser in den Absinth tropft. Der bittere Geschmack geht so merklich verloren und das Getränk färbt sich leicht milchig. Dies nennt man auch den Louche-Effekt. Als Grund des Louche Effekts gilt das im Absinth enthaltene ätherische Öl Anethol, was sehr schlecht wasserlöslich ist. In Frankreich wurden hierfür auch die Absinthfontäne und ein spezieller Glasaufsatz, das Brouille, erfunden. Der Zucker auf dem Absinthlöffel wird durch einen zarten Strahl aus der Fontäne aufgelöst bzw. das Brouille auf das Glas gesetzt, sodass es möglich ist, den Absinth ohne Absinthlöffel zu genießen. In dem Glasaufsatz befindet sich ein kleines Loch, durch welches das Wasser in das Absinthglas fließt. Das nächste nennenswerte Ritual ist die tschechische Variante, die in den 1990er Jahren erfunden wurde. Auch hier gibt man etwa 2cl bis 4cl in ein Glas. Allerdings werden ein oder zwei Stücke Zucker in den Absinth getaucht und erst danach auf den Absinthlöffel gelegt. Mit einem Feuerzeug oder ähnlichem zündet man die Zuckerstückchen an und langsam karamellisiert der Zucker. Anschließend löscht man die Flamme (Aufgrund des hohen Alkoholgehalts allerdings nicht mit dem Absinth!) und gibt den karamellisierten Zucker ins Absinthglas und gibt eiskaltes Wasser hinzu. Als am wenigsten etabliert gilt das Schweizer Absinth Trinkritual. Hier werden 2cl bis 4cl Absinth in ein Glas gegeben. Im Verhältnis 1:3 bis 1:5 wird das Glas mit eiskaltem Wasser aufgefüllt. Es empfiehlt sich allerdings bei diesem Trinkritual auf süßen Absinth zurückzugreifen, da hier die Zugabe von Zucker entfällt.

Schlagworte

Absinth; Trinkritual