Rotwein
Im Rotwein liegt Wahrheit ? und Geschichte
Die Toscana präsentiert sich nicht nur landschaftlich und kulturhistorisch als eine Region in Mittelitalien, die Besucher aus dem Ausland magisch anzieht. Von jeher war der Weinbau, neben dem Olivenöl, ein tragender Wirtschaftszweig. Doch erst vor einigen Jahrzehnten erlangte die Toscana mit der Herstellung großer
Qualitätsweine neuen Ruhm.
Es gibt heutzutage eine Vielzahl von Anbauflächen, und auch unbekannte Weinbaubezirke machen sich bereits einen Namen mit Weinen, die sich internationaler Beliebtheit erfreuen.
Einer der bekanntesten Rotweine aus der Region ist ohne Zweifel der Chianti. Den meisten sind noch die mit Bast umflochtenen und meist dickbauchigen Flaschen in Erinnerung. Inzwischen hat der Chianti eine bedeutende Entwicklung erfahren.
War er früher ein eher fruchtiger Rotwein, der keine lange Lagerung zuließ, so ist er heute dem Bordeaux-Wein ähnlich und trocken. Zeitgemäße Veränderungen der Vorschriften bei seiner Herstellung, die Auswahl der Rebsorten und die Kriterien, die auf dem Prüfetikett angegeben sind, machen aus dem einstigen italienischen Rotwein einen großen Qualitätswein aus der Toscana.
Vielfältig wie die Region selbst ist mittlerweile auch die Auswahl an Spitzenweinen. Zum Beispiel werden südlich von Siena, in der Gegend um Montepulciano und Montalcino, hervorragende Weine hergestellt, die einige Jahre lagern, um sich dann in voller Entfaltung einem großen Publikum zu offenbaren.
Will man toskanischer Weinherstellung annähernd Genüge tun, dann darf der Sassicaia nicht unerwähnt bleiben. Durch ihn erreichte der Weinanbau Italiens in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ein völlig neues Niveau.
Angebaut auf steinigem Boden ? der diesem Rotwein seinen Namen gab ? vergingen noch einige Jahrzehnte, bis er in den Handel kam. Es war kein schneller Siegeszug, und anfangs wurde der hochwertige Sassicaia noch als Tafelwein eingestuft, da er nicht dem damaligen italienischen Weingesetz entsprach.
Doch wegen der ausgezeichneten Qualität nahm seine Beliebtheit zu, und er wurde von anderen Winzern nachgeahmt. Die Herstellung veränderte sich enorm. Durch den Einsatz von Eichenfässern zum Ausbau der Weine und durch die Verwendung von Rebsorten, die bis dahin in Italien nicht erlaubt waren, wurden die Weine mit einer unteren Qualitätsstufe sehr schnell zu den so genannten Supertoskanern ? zu Qualitätsweinen der allerhöchsten Preisklasse.
Längst steht der italienische Rotwein nicht mehr im Schatten der großen französischen Weine.
Allein der Sassicaia und der Tignanello, bei denen die toskanische Sangiovese-Traube mit anderen Rebsorten verbunden wurde, erlangten weltweit einen durchschlagenden Erfolg.
Wer sich fernab der Toscana ein Glas solchen Rotweins gönnt, wird im Abgang nicht nur die Trauben schmecken, sondern auch den Aufgang ? der Sonne Italiens.
Schlagworte
Rotwein